Page 1 - Amtsblatt Altenkunstadt April 2026
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     Nr. 4 - 27. April 2026
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  Verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
in der Sitzung des Gemeinderates am 14.04.2026 wurde der Haushalt beschlossen. Er steht unter schwierigen Vorzeichen. Der Verwaltungshaushalt weist eine negative Zuführung von 805.000 Euro auf. Das ist ein deutliches Signal: Unsere laufen- den Einnahmen reichen nicht aus, um die laufenden Ausgaben zu decken. Gleichzeitig ist unser Handlungsspielraum auf der Einnahmenseite begrenzt. Die Gewerbesteuereinnahmen brechen ein, die Anteile an der Einkommensteuer und der Umsatzsteuer entwickeln sich nicht wie erhofft, und die Kreisumlage steigt – aus Gründen, die uns allen bekannt sind. Diese strukturellen Entwicklungen lassen sich kurzfristig kaum beeinflussen. Umso mehr sind wir gefordert, auf der Ausgabenseite Verantwortung zu übernehmen. Das bedeutet klar und unmissverständlich: Eine ernsthafte Konsolidierung des Verwaltungshaushalts ist unumgänglich. Einsparungen sind notwendig, und das wird nicht ohne Auswirkungen bleiben. Insbesondere freiwillige Leistungen werden wir teilweise zurückstellen oder reduzieren müssen. Das ist schmerzhaft, aber notwendig, wenn wir die fi- nanzielle Leistungsfähigkeit unserer Gemeinde erhalten wollen. Diese Konsolidierungsanstrengungen sind auch Voraussetzung dafür, künftig Bedarfszuweisungen des Freistaats Bayern zu erhalten, um die Verwaltungshaushalte der kommenden Jahre wieder ausgleichen zu können. Der Vermögenshaushalt zeigt ein anderes Bild: Er ist geprägt von einem außergewöhnlich hohen Investitionsvolumen. Trotz dieser umfangreichen Maßnahmen ist der Haushalt nicht genehmigungspflichtig – dank einer Krediter- mächtigung in Höhe von 3,6 Millionen Euro aus den Vorjahren. Das verschafft uns Handlungsspielraum, verpflichtet uns aber auch zu besonderer Sorgfalt.
Viele der vorgesehenen Investitionen sind durch befristete För- derprogramme geprägt. Im Bereich der RZWas – also Wasser und Abwasser – gilt die Förderrichtlinie 2021 nur noch bis An- fang 2029 (dann laufen unsere Förderbescheide ab). Ob und in welcher Form es Anschlussförderungen über die RZWas 2025 hinausgeben wird, etwa im Rahmen möglicher neuer Program- me, ist derzeit völlig offen. Ähnlich stellt sich die Situation im Breitbandausbau dar: Auch hier ist die Förderung des Freistaats Bayern bis 2029 befristet. Gleiches gilt für Maßnahmen im Bereich der Ganztagsbetreuung von Schulkindern – auch diese Förderkulisse endet zum 31. Dezember 2029. Diese Befristun-
AMTSBLATT DER
GEMEINDE ALTENKUNSTADT
54. Jahrgang Nr. 4 - 27. April 2026 kostenfrei in jeden erreichbaren Haushalt
gen führen dazu, dass wir heute investieren müssen, wenn wir die vorhandenen Fördermittel nutzen wollen. Das erklärt die Vielzahl und das Volumen der Maßnahmen im Vermögenshaus- halt. Ein bedeutender Bestandteil ist dabei auch das Baugebiet „Heide“. Der Grunderwerb ist vollständig abgeschlossen, und nun liegt es an uns, dieses Bauland zeitnah zur Verfügung zu stellen. Dabei sollten auch neue, einfallsreiche Wege – etwa Modelle der Privaterschließung – in Betracht gezogen werden. Die konkrete Ausgestaltung überlasse ich jedoch bewusst dem neuen Gemeinderat. Ebenfalls berücksichtigt ist der Bereich der Städtebauförderung durch das Gretelhaus, für das eine ma- ximale Förderung in Aussicht steht. Hier bietet sich eine große Chance für die städtebauliche und soziale Entwicklung unserer Gemeinde. Auch die Dorferneuerung in Baiersdorf ist auf einem guten Weg. Für das Jahr 2027 ist eine einfache Dorferneue- rungsmaßnahme im Bereich des Dorfplatzes vorgesehen – ein wichtiges Projekt für die Stärkung der Ortsmitte. Dieser Haushalt verlangt Entscheidungen mit Augenmaß, aber auch mit Mut. Mut, notwendige Konsolidierungsschritte zu gehen. Mut, Beiträge verantwortungsvoll zu erheben. Und Mut, Fördermittel konse- quent abzurufen und einzusetzen. Ich wünsche dem künftigen Gemeinderat eine glückliche Hand bei der Umsetzung dieser Maßnahmen, Weitsicht in finanziell schwierigen Zeiten und den nötigen Zusammenhalt für die anstehenden Aufgaben.
Abschließend möchte ich mich herzlich bedanken – bei den Mitgliedern des Gemeinderates für die stets konstruktive Zusam- menarbeit, bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ver- waltung, des Bauhofes, des Wasserwerks und den Hausmeistern unserer Schulen für ihr Engagement und ihre Verlässlichkeit, und nicht zuletzt bei den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Vertrauen.
Es war mir eine große Ehre, die Gemeinde Altenkunstadt als Erster Bürgermeister vertreten zu dürfen. Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Hümmer Erster Bürgermeister
 





















































































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