⚠️ Eindämmung des Corona-Virus ⚠️

Die wichtigste Maßnahme zur Eindämmung des Corona-Virus ist die Vermeidung von Sozialkontakten. Bürgermeister Hümmer appelliert deshalb an die Bürger der Gemeinde Altenkunstadt, ihre Besuche im Rathaus auf absolut notwendige Fälle zu beschränken: „Wir müssen unseren Parteiverkehr in den nächsten Tagen leider erheblich beschränken. Dies tun wir zum Schutz aller Bürgerinnen und Bürger, um die Verbreitung des Corona-Virus so gut wie möglich einzudämmen. Bitte sehen Sie derzeit von Besuchen im Rathaus ab und kontaktieren Sie uns zunächst telefonisch oder per E-Mail.“

Telefonzentrale: (09572) 387-0
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Auf und Ab der Porzliina / Reiche Geschichte der Porzellanfabriken

Die Porzellanfabrik in Altenkunstadt wurde am 9. Mai 1919 von sechs aus der Umgebung von Rehau stammenden Gesellschaftern in dem Gebäude einer ehemaligen Spinn- und Tuchfabrik gegründet. Zunächst hieß sie „Porzellanfabrik Rothemund & Co. zu Altenkunstadt“, die schon im Folgejahr in Betrieb ging. Mitte der 1920er Jahre verzeichnete das Unternehmen bereits eine erfreuliche Auftragslage; seine Produkte, so zum Beispiel Tassen und Gedecke, gingen sogar bis nach London, New York, New Orleans, Kairo und Malta. In den 1920-er Jahren brach der Markt ein und nachdem einige Gesellschafter ausbezahlt werden mussten, kam es 1930 zum Konkursverfahren und der Betriebsstilllegung. Doch das war nicht die einzige Fabrik. Am 15. Oktober 1931 musste in Altenkunstadt ebenso die Porzellanfabrik Hager ihren Betrieb ganz einstellen und die letzten 17 Arbeiter entlassen.

 

Arbeiterin im Jahr 1960 in der Druckerei der Porzellanfabrik Nehmzow

Porzellan-Geschenkteller aus dem Jahr 1980 zu einem Gedicht über Altenkunstadt

Seit 1933 im Besitz der Familie Nehmzow

Im Frühjahr 1933 übernahm Schiffbauingenieur Karl Nehmzow die Leitung der Porzellanfabrik Rothemund. Vorher war er leitender Direktor der Porzellanfabrik Julius Griesbach in Hochstadt am Main gewesen. Das Angebot an Keksdosen, Rasierschalen und Sand-Seife-Soda-Behältern wurde recht zügig um kunstgewerbliche Gegenstände und Geschenkartikel erweitert. Ihr Markenzeichen, ein Segelschiff, zeigte die Herkunft des Unternehmers aus Hamburg – Altona. Wirtschaftlich ging es dem Unternehmen nicht sonderlich gut. Mit stark dezimierter Belegschaft überstand das Unternehmen den 2. Weltkrieg. 

Ein Feuer zerstörte am 16. Juli 1947 einen Teil der Porzellanfabrik. In dem neuen Firmengebäude wurde nach der Währungsreform 1948 wieder Hartporzellan hergestellt; die Reklame-Aschenbecher in vielen individuellen Formen für Brauereien und Spirituosenfabriken gab es  von Flensburg bis Berchtesgaden in ganz Deutschland. 1960 starb Karl Nehmzow. Sein Sohn Hartmut führte den Betrieb unter dem alten Firmennamen „Porzellanfabrik Altenkunstadt Karl Nehmzow“ erfolgreich weiter. Beim 50-jährigen Jubiläum der Porzellanfabrik 1969 arbeiteten dort 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 

Städtebilder auf Porzellan der Renner

Mit der Wiedergabe alter Städtestiche auf Porzellan-Geschenkartikeln hatte sich die Firma eine Marktnische geschaffen, von der sie noch viele Jahre zehrte. Vor allem wegen ihrer sauberen Dekorgestaltung fanden diese Produkte jahrzehntelang guten Anklang bei einer breiten Käuferschicht.

Hartmut Nehmzow erkannte 1960 frühzeitig die Notwendigkeit zum Schrumpfen;  die Textil- und Schuhindustrie der Region war bereits in deutlich sichtbaren wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die „Porzliina“, wie sie die Altenkunstadter nennen, wurde in kleinerem Rahmen weitergeführt. Ein ganz besonderes Berufsjubiläum feierte Irmgard Nehmzow im Herbst 2017: 60 Jahre hatte sie zur Belegschaft der Porzellanfabrik gehört. Am 1. Oktober 1957 hatte sie mit einer Lehre begonnen. 1974 heiratete sie Hartmut Nehmzow und seit über 23 Jahren ist sie die Geschäftsführerin.

Porzellanstraße auch bei uns vertreten

Die Porzellanfabrik von Altenkunstadt steht stellvertretend für die reiche Geschichte der Porzellanfabriken in Oberfranken. Die touristisch beliebte Porzellanstraße führt von der Wiege der nordbayerischen Porzellanproduktion im Fichtelgebirge durch das Stiftland und den Oberpfälzer Wald, die Fränkische Schweiz und den Steigerwald, über das Obere Maintal und das Coburger Land in den Frankenwald und das Bayerische Vogtland bis in den Kaiserwald im benachbarten Tschechien. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts arbeiteten in Deutschland mehr als 60.000 Arbeitnehmer in diesem Industriezweig. Auf der Porzellanstraße gibt es auch einen Werksverkauf. In unserem Landkreis ist nur die Firma Kaiser-Porzellan aus Bad Staffelstein vertreten, die seit 1872 am Obermain besteht.

Die Tradition des "weißen Goldes" im Stadtmuseum Lichtenfels

Die Geschichte einer heimischen Porzellanfabrik wird sehr schön im Stadtmuseum Lichtenfels präsentiert. Überregionale Bedeutung erfährt das Museum durch die größte bekannte Sammlung von Schneyer Porzellan, welches sich in der alten Direktorenvilla befindet. Der 1782 gegründete Betrieb wuchs rasant und exportierte hochwertige Produkte in alle Welt. Die Rohstoffe zur Porzellanherstellung gab es in der Nähe von Schney. Die Tone für Brennkapseln wurden auf dem Lichtenfelser Herberg, zwischen Schönsreuth und der Alten Coburger Straße, abgebaut. Die „Erden“, die Kaolin, Feldspat und Quarz enthielten, fand man in einem natürlichen Sandvorkommen auf dem Weidenberg. Im Lichtenfelser Tagblatt erschien am 26. Juni 1879 ein Artikel über den Besuch des Regierungspräsidenten Herr von Burchtorff in der Schneyer Porzellanfabrik. Im Jahr 1928 endete die Geschichte der Fabrik. Heute erinnert nur noch das ehemalige Verwaltungsgebäude an die ruhmreiche Vergangenheit des Schneyer Unternehmens.

Andreas Motschmann

Fotos Andreas Motschmann

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