⚠️ Eindämmung des Corona-Virus ⚠️

Die wichtigste Maßnahme zur Eindämmung des Corona-Virus ist die Vermeidung von Sozialkontakten. Bürgermeister Hümmer appelliert deshalb an die Bürger der Gemeinde Altenkunstadt, ihre Besuche im Rathaus auf absolut notwendige Fälle zu beschränken: „Wir müssen unseren Parteiverkehr in den nächsten Tagen leider erheblich beschränken. Dies tun wir zum Schutz aller Bürgerinnen und Bürger, um die Verbreitung des Corona-Virus so gut wie möglich einzudämmen. Bitte sehen Sie derzeit von Besuchen im Rathaus ab und kontaktieren Sie uns zunächst telefonisch oder per E-Mail.“

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Urpfarrei im April 1820 verkleinert /  Wirtshausbesuche und Einkäufe nach dem Gottesdienst 

Der Seelsorgebereich Obermain-Jura ist noch eine sehr junge Bezeichnung. Dahinter verbergen sich die früheren Pfarreien aus den Stadtgebieten Burgkunstadt und Weismain, ebenso der Gemeinde Altenkunstadt. Sie vereinen zirka 11.000 katholische Gläubige. Viele wissen nicht, dass früher Altenkunstadt eine der wenigen Urpfarreien in unserer Region war. Das erste Gotteshaus wurde um das Jahr 800 gebaut. Karl der Große ließ im gerade christianisierten Land zwischen der Regnitz und des Obermainbogens viele Kirchen bauen. Vermutlich gehört Altenkunstadt zur ersten Welle der sogenannten 14 Slawenkirchen unserer Gegend, das Baudatum 814 ist nicht mit Belegen gesichert.

Vor 200 Jahren wurde die Pfarrei Altenkunstadt verkleinert

Im April 1820 wurde in Bamberg über die Purifikation, eine sogenannte „Reinigung“, entschieden. Altenkunstadt war ursprünglich ein  großer selbständiger Pfarrsprengel gewesen. Er reichte von den Ausläufern des Nordwalder, der früheren Bezeichnung des Frankenwaldes, bis zum „Gebirg“ auf der Jurahochfläche, von Kulmbach bis Redwitz an der Rodach und von Kirchleus bis Stadelhofen. Im Verlauf der Jahrhunderte waren zahlreiche Orte ausgepfarrt worden. Burgkunstadt war vor 1200 selbständig geworden, es folgten um 1300 Schwarzach, 1382 Modschiedel mit den Orten Neudorf, Görau, Wunkendorf und Weiden und 1477 Kirchlein. 

Habsucht der angrenzenden Amtsbrüder in Rage gebracht

Ziel der Purifikation war, die Filialorte dem Pfarrort zweckmäßig zuzuordnen. Naturgemäß kam es oft zum Streit. Kurz nach dem Tod des letzten Mönchs-Pfarrers Eustachius Trost aus Langheim drohte die Situation 1819 zu eskalieren. Kaplan Georg Bachmann, ebenfalls Zisterzienser, vertrat die Altenkunstadter Interessen, in Rage gebracht von der „Habsucht seiner angrenzenden Amtsbrüder“ in Motschenbach und Burgkunstadt.

Die reichdotierte Filiale in Geutenreuth wollte der Pfarrer von Motschenbach gerne an sich ziehen, obwohl im Winter der Weg zwischen beiden Dörfern oft monatelang abgeschnitten war. Dagegen war der Weg von Geutenreuth nach Altenkunststadt aber „immer betretten und leutseelig, offen und gangbar“, so der Altenkunstadter Kaplan. 

Altenkunstadt wäre der äußerste Grenzpunkt und ein armseliger Ort

Außerdem strebte der Pfarrer von Burgkunstadt an, die Dörfer Theisau und Zeublitz seiner Pfarrei einzuverleiben. Kaplan Bachmann schlug Alarm und schrieb, Altenkunstadt wäre dann in seinem Pfarrbezirk „der äußerste Grenzpunkt ... und ein armseliger Ort, der jetzt schon von den sich überall häufig ansiedelnden Juden überschwemmt und ausgesaugt wird; wo dann für die christlichen Gewerbs- und Handelsleute auch noch gar die mäßige Quelle ihres Erwerbs versiegt.“ Daher bat der Kaplan beim Generalvikar in Bamberg um eine maßvolle Purifikation. Seine Argumentation belegte er mit mehreren Zeichnungen, die Pfarrer Eustachius Trost ein Jahr vor seinem Tod entworfen hatte.

Trotzdem verlor die Pfarrei Altenkunstadt vor genau 200 Jahren die Orte Mainklein, Redwitz, Geutenreuth, Krassach und Schammendorf sowie die Hälfte der Ortschaften in Wolfsloch, Thelitz und Zettlitz. Entschädigt wurde sie mit den Orten Baiersdorf und Prügel, die bisher zur Pfarrei Weismain gehört hatten. Kaplan Bachmann war enttäuscht, denn die Entschädigung durch die zwei neu hinzugewonnen Nachbarorte war „gerade ein Dreißigstel des Verlustes.“ Er wies in seiner Argumentation darauf hin, dass kirchliche Feier und weltliche Bedürfnisse bei den Gottesdienstteilnehmern eng verwoben seien. 

Wirtshausbesuche und Einkäufe nach dem Gottesdienst

Viele auswärtige Besucher, die in früheren Jahrhunderten aufwändige Fußmärsche zurücklegen mussten, verließen nach den Gottesdiensten nicht umgehend den Pfarrort, sondern kauften ein, besuchten die zahlreichen Wirtshäuser oder genossen in einigen nahegelegenen Häusern bei Bekannten eine Tasse Malzkaffee. So wurden die Neuigkeiten der letzten Woche ausgetauscht. Noch vor Jahrzehnten erzählten die alteingesessenen älteren Menschen in Altenkunstadt so manche Geschichten ihre Vorfahren von den neugierigen „Gebärchlern“, die unter der Woche in ihren einsamen Juradörfern wenig Neues erfahren konnten und dafür am Sonntag nach dem Kirchgang die Neuigkeiten regelrecht aufsaugten.

Im 20. Jahrhundert noch zu Fuß zur Kirche

Bis Mitte des 20. Jahrhundert gingen viele Kirchenbesucher von den Nachbarorten zu Fuß nach Altenkunstadt. Sehr weit gingen die Zeublitzer. Die Alten konnten sich daran erinnern, wie sie als Kinder Sonntag für Sonntag mit ihren Eltern zum Kirchweg nach Altenkunstadt aufgebrochen waren. Dieser führte über den Külmitz durch den Wald, aus dem man erst bei der Altenkunstadter Nagelfabrik an der Weismainer Straße wieder herauskam. Als dann die ersten Fahrräder zu haben waren, radelte man über Strössendorf ins Pfarrdorf. Die Mutter des Autors erzählte, dass später das einzige Fahrrad im Elternhaus nicht benutzt wurde, denn es musste ja geschont werden. So liefen die Jugendlichen am Sonntag in einem einstündigen Fußmarsch weiterhin zur Altenkunstadter Kirche. 

Von unserem Mitarbeiter Andreas Motschmann

 


Altenkunstadter Pfarrsprengel von 1818, Zeichnung von Pfarrer Eustachius Trost

Altenkunstadt war früher ein  großer Pfarrsprengel. Alte Aufnahme um das Jahr 1940

Baiersdorf gehört seit genau 200 Jahren zur Pfarrei Altenkunstadt

 

Foto - Repros - Andreas Motschmann

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